16.10.08: „Rund um die Uhr“ – Sinn oder Unsinn eines KAT – Lagers

Die Feuerwehr Schwaz bekommt beim neuen Gerätehaus ein Kat - Lager für Gerätschaften, die nur gelegentlich – vorwiegend bei Katastropheneinsätzen - benötigt werden. Wozu? 

Mindestens 70 % der Gerätschaften, die im KAT(astrophen) – Lager verstaut sind, bräuchte die Feuerwehr Schwaz für ihre eigentliche Aufgabe nur bedingt. Weil aber die Öffentlichkeit auch in den unmöglichsten Situationen und - vor allem - „Rund um die Uhr“ Hilfe von der Feuerwehr erwartet, ist man dennoch gut gerüstet.
Ein Beispiel hierfür sind die Gerätschaften zum Hochwasserschutz: Gefüllte und leere Sandsäcke, mobile Hochwasserbarrieren unterschiedlichster Bauart (Bigbags), Holz in größeren Mengen zum Errichten von Sperren sowie die mobilen Sperren aus Alu für die öffentlichen Gebäude (Schwimmbad/ Sportzentrum) oder „Lahnbachbichl“ werden von der Feuerwehr Schwaz vorgehalten und brauchen daher viel Platz
.

Viele Fragen sich, wieso gefüllte Sandsäcke und noch dazu unter Dach vorrätig gehalten werden müssen.

-         Sandsackfüllen ist logistisch und personell sehr aufwändig und kostet viel Zeit. Auch ist die Verfügbarkeit der Gerätschaften (Mischwagen und dergl.) nicht immer („Rund um die Uhr“) und zeitgerecht garantiert.

-         Nasse bzw. feuchte Sandsäcke faulen, sobald sie gestapelt werden und sollten daher unter Dach im Trockenen gelagert werden.

-         Das Sandsacklager (ca. 1000 Stück gefüllt) in der Pionierkaserne steht aus allgemein bekannten Gründen zukünftig wahrscheinlich nicht mehr zur Verfügung. Es liegt im Interesse der Bevölkerung, dass dieses Lager bei der Feuerwehr Schwaz weiter besteht. Ist das nicht der Fall, kann darauf verzichtet werden. 

Feuerwehrmänner haben die (schlechte?) Angewohnheit, sich die fürchterlichsten Szenarien auszumalen. Wenn sie dann auch noch Gerätschaften für diese Szenarien fordern bzw. kaufen, und sei es nur lapidares Baumaterial wie Abdeckplanen, Auffangbehältnisse, Schubkarren, Schaufeln und Pickel in großen Mengen, werden sie gelegentlich schräg angesehen. 
„Dazu gibt es ja Firmen, die so was haben, das braucht man nicht auf Lager“ ist ein oft gehörtes Argument. Das stimmt. Aber nur von in der Zeit von 8.00 – 18.30 Uhr bzw. je nach Geschäftszeiten. Außerhalb dieser Zeiten ist es sehr schwierig z.B. an oben erwähntes Material zu kommen. Und wenn, dann nur mit erheblicher Zeitverzögerung.

„Die Nachbarn haben doch so was auch“ hört man auch immer wieder. Mal ehrlich – wer hat einen Schubkarren, Schaufel und Pickel in einem urban geprägten Lebensraum in seinem 4 m² Kellerabteil? 

Fazit: Für die Akuthilfe ist es notwendig, verschiedenste Gerätschaften und Materialien „Rund um die Uhr“ in einem gewissen Ausmaß zur Verfügung zu haben. Ein gut gefülltes und ausreichend dimensioniertes Kat - Lager spart Zeit und Personal und hilft damit, Schäden von der Bevölkerung schneller abzuwenden oder zumindestens zu begrenzen. Wie groß das Lager ausfällt hängt von einer Frage ab: Was ist es der öffentlichen Hand Wert – „Rund um die Uhr“ - solche Gerätschaften vorrätig zu halten?