Zwei Vegetation- bzw Waldbrände
Bahndammbrand in Wiesing am 29.05.2026
Am 29. Mai 2026 wurde die Freiwillige Feuerwehr Wiesing um 12:07 Uhr mit dem Einsatzstichwort „Brand Bahndamm“ alarmiert. Aufgrund mehrerer eingehender Notrufe erhöhte die Leitstelle Tirol die Alarmstufe vorsorglich auf Sirenenalarm.
Bereits auf der Anfahrt war eine starke Rauchentwicklung sichtbar. Nach dem Auffinden der Brandstelle stellte sich heraus, dass das Feuer bereits eine Fläche von rund 150 m² erfasst hatte und sich weiter auszubreiten drohte. Der Einsatzleiter forderte daher weitere Feuerwehren zur Unterstützung an. Neben den Feuerwehren Jenbach, Eben am Achensee, Schwaz mit dem Abrollbehälter Tank 7000 und Münster rückte durch die Sirenenalarmierung der Feuerwehr Jenbach auch die Betriebsfeuerwehr Innio Jenbacher aus.
Die Löschwasserversorgung stellte die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen. Mit den Tanklöschfahrzeugen konnte das Wasser zunächst bis auf etwa 300 Meter an die Einsatzstelle transportiert werden. Anschließend mussten entlang der Achenseebahntrasse Schlauchleitungen verlegt werden. Zur Versorgung der Tanklöschfahrzeuge wurde eine rund 300 Meter lange Zubringerleitung von einem Löschwasserbehälter aufgebaut. Da dessen Kapazität nicht ausreichte, errichtete die Feuerwehr Schwaz einen zusätzlichen Pufferspeicher mittels Abrollbehälter Tank 7000, der durch Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr mit Wasser versorgt wurde.
Zusätzlich konnte ein entlang der Achenseebahn vorhandener Löschwasserbehälter genutzt werden, von dem aus eine weitere Löschleitung zur Brandstelle gelegt wurde. Insgesamt wurden rund 900 Meter Schlauchleitungen aufgebaut.
Durch das koordinierte Zusammenwirken aller eingesetzten Kräfte gelang es schließlich, den Brand einzudämmen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Nach rund drei Stunden intensiver Löscharbeiten konnte „Brand aus“ gemeldet werden.








Glimmbrand im Rofangebirge
Am selben Tag wurde die Freiwillige Feuerwehr Eben am Achensee um 14:22 Uhr zu einem Glimmbrand im Rofangebirge alarmiert. Nach Rücksprache mit dem Melder konnte die Brandstelle rasch lokalisiert werden. Da eine Zufahrt mit Fahrzeugen nicht möglich war, wurden Feuerwehrkräfte gemeinsam mit der Bergrettung Maurach mittels Rofanseilbahn in das Einsatzgebiet transportiert. Dabei führten die Einsatzkräfte notwendiges Material wie Löschrucksäcke, Schanzwerkzeug und Motorsägen mit.
Nach einem etwa 20-minütigen Fußmarsch erreichten die ersten Kräfte die Einsatzstelle und begannen mit den Löschmaßnahmen. Vor Ort zeigte sich jedoch, dass sich der Brand auf eine größere Fläche ausgedehnt hatte als zunächst angenommen. Das Feuer hatte sich bereits tief in den Waldboden und das Unterholz gefressen. Zudem stand nur eine begrenzte Wasserversorgung über eine rund zehn Gehminuten entfernte Viehtränke zur Verfügung.
Aufgrund der schwierigen Bedingungen wurden die Libelle Tirol sowie die Feuerwehr Schwaz mit dem Abrollbehälter FLIEGE nachalarmiert. Der Polizeihubschrauber unterstützte die Löscharbeiten mit insgesamt fünf Wassertransporten. Gemeinsam mit den umfangreichen Handarbeiten der Einsatzkräfte am Boden konnte der Brand auf rund 1.700 Metern Seehöhe nach etwa zwei Stunden erfolgreich gelöscht werden.
Da zeitgleich ein weiterer Waldbrandeinsatz in Waidring zu bewältigen war, wurde die Libelle Tirol unmittelbar nach dem letzten Wasserabwurf zu diesem Einsatz weiterverlegt. Die eingesetzten Kräfte traten anschließend den Rückweg ins Tal zu Fuß an.














Fazit
Beide Einsätze verdeutlichten die Herausforderungen bei Vegetations- und Waldbränden in schwer zugänglichem Gelände. Während beim Bahndammbrand in Wiesing insbesondere die Löschwasserversorgung und die lange Wegstrecke zur Brandstelle im Fokus standen, erschwerten beim Glimmbrand im Rofangebirge die alpine Lage und die eingeschränkte Erreichbarkeit die Löscharbeiten. Durch das rasche und koordinierte Zusammenwirken mehrerer Feuerwehren, der Bergrettung sowie der Unterstützung aus der Luft konnten beide Brände erfolgreich bekämpft und größere Schäden verhindert werden.



